Hinter den Kulissen: Italienische Klausuren in Chemnitz
Die Chefsprache ist Italienisch
( RaceOffice/ TU Chemnitz ) Steve Jenkner ist im italienischen Motorsportland
angekommen. Im GP- Team Exalt Cycle Red Devil arbeitet der Deutsche ausschließlich
mit italienischen Technikern zusammen, ein guter Grund, "um etwas Italiener
zu werden".
Die einen lernen italienisch, weil sie die Sprache lieben, die anderen,
weil sie eine Reise nach Italien planen und wieder andere, weil sie es für
ihre Arbeit brauchen. Zur letzten Gruppe gehört auch der sächsische
Motorsportprofi Steve Jenkner. Vor zwei Jahren wechselte er in das italienische
Aprilia- Rennteam "UGT Abruzzo", in dem ausschließlich die
heimische Sprache gesprochen wurde.
"Alles, was ich zu dieser Zeit auf Italienisch konnte, waren ein paar
Worte, die man braucht, um sich im Restaurant ein Essen zu bestellen",
erklärt Jenkner. Doch im Rennsport ist die Verständigung zwischen
Fahrern und Monteuren eine der wichtigsten Voraussetzungen für den
Erfolg. Mit einem begrenzten Vokabular ist da natürlich wenig zu machen.
Wie gut, dass Jenkner auf seinem Weg vom Training im Olympiastützpunkt
Chemnitz regelmäßig am Uni-Campus vorbeifährt. An einem
Herbsttag im Jahr 2001 hielt der Sachse dann auch dort an, um sich nach
einem Sprachkurs zu erkundigen.
"Es war gar nicht so einfach, jemanden zu finden, der dafür zuständig
war. Ich fragte mich bei Studenten durch, wurde hierhin und dahin geschickt,
bis ich schließlich im Sprachenzentrum landete". Bei der Italienisch-Dozentin
Daniela Giovanardi im Bereich Romanistik war Jenkner dann endlich an der
richtigen Adresse. "Wenn jemand italienisch lernen will, muss man helfen",
meint die Italienerin und schrieb den Sport-Promi in ihren Italienisch-Kurs
ein. Inmitten von Chemnitzer Studenten paukte der Motorsport-Star Vokabeln,
Grammatik und Satzbau, machte Hausaufgaben, schrieb Klausuren und legte
am Ende wie alle anderen die Prüfung ab. "So habe ich ein Grundverständnis
für die Sprache bekommen. Das war wichtig, um die vielen Wörter,
die ich in Italien aufnehme, wieder anzuwenden", erklärt Steve
Jenkner.
Es gibt noch viel zu lernen - und auch noch viel zu gewinnen. Trotz seines
durch Training und Rennen vollen Terminkalenders liebäugelt Steve Jenkner
mit einem weiteren Italienisch- Konversationskurs - vielleicht sogar schon
im kommenden Sommersemester, "denn ich habe noch viel vor im Motorsport".